|FRAGEN UND ANTWORTEN

|WEITERE FRAGEN UND ANTWORTEN

Im Folgenden finden Sie eine Sammlung an Fragen und Antworten, welche im Prozess der Öffentlichkeitsbeteiligung bereits thematisiert wurden. Damit die Sammlung übersichtlich bleibt, wurden inhaltlich gleiche Fragen zusammengefasst und manche Fragen gekürzt. Die Liste wird laufend aktualisiert, sofern weitere Fragen aufkommen.

Sollten Sie eine Frage haben, welche hier nicht beantwortet wird, können Sie sich über das Kontaktformular gerne direkt mit dem Regierungspräsidium und der Stadt in Verbindung setzen.

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Naturschutz/Landwirtschaft

Wie werden die Belange von Natur und Umwelt berücksichtigt?


Im Rahmen solcher Bauprojekte werden diese Belange durch die Landschaftsplanung vertreten. Deren Aufgabe ist es, unter Berücksichtigung der menschlichen Bedürfnisse, Vorschläge für eine nachhaltige und ökologisch verträgliche Entwicklung von Natur und Landschaft zu erarbeiten. Der Landschaftsplanung stehen dabei verschiedene Instrumente zur Verfügung.




Was ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung?


Bei der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) werden die zu erwartenden Auswirkungen des Bauvorhabens auf die Schutzgüter des UVP-Gesetzes ermittelt, beschrieben und bewertet. Es wird dadurch das umweltfachliche Konfliktpotenzial der einzelnen Varianten dargestellt. Die UVP ist somit ein wichtiges Instrument zur Ermittlung einer Vorzugsvariante.




Was sind die Schutzgützer des UVP-Gesetzes?


Die Schutzgüter sind:
- Menschen
- Tiere / Pflanzen und deren Lebensräume
- Boden, Fläche, Wasser, Klima, Luft
- Landschaft
- Kultur- und sonstige Sachgüter




Was ist ein Scoping-Verfahren?


Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens dient das Scoping der Verständigung der Beteiligten über den inhaltlichen und räumlichen Untersuchungsumfang der Umweltverträglichkeitsprüfung. Die betroffenen Städte und Gemeinden, die Umweltfachbehörden und die Umweltverbände haben während des Verfahrens die Möglichkeit, dazu Anregungen und Hinweise zu geben.




Was sieht die Landschaftsplanung im weiteren Planungsprozess vor?


Im weiteren Verlauf der Planung werden Maßnahmen zur Vermeidung/Minimierung von Beeinträchtigungen für die Umwelt geprüft. Ziel davon ist es, die Auswirkungen des Vorhabens so gering wie möglich zu halten. Nicht zu vermeidende Beeinträchtigungen werden durch Ausgleichsmaßnahmen kompensiert. Diese Ausgleichsmaßnahmen erhalten als Teil des sogenannten Landschaftspflegerischen Begleitplanes (LBP) im Rahmen der Planfeststellung Rechtsverbindlichkeit und sind damit verpflichtend umzusetzen.




Sind bereits Blühstreifen und Büsche in der Planung vorgesehen?


Zum jetzigen Planungsstand liegen hier noch keine Details vor. Jedoch ist das Planungsteam im Austausch mit dem Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband e. V. (BLHV), um auch mit den Landwirt/innen zu prüfen, was möglich wäre.




Welche Tiergruppen sind vom Bau des Radschnellwegs betroffen?


Im Jahr 2021 werden faunistische Untersuchungen durchgeführt. Dabei wird untersucht, welche Tierarten betroffen sein werden und auch, ob es z. B. Ausgleichsmaßnahmen braucht.




Wie wird der Mensch als Schutzgut in der Planung berücksichtigt (z. B. bei Lärmimmissionen oder Blenden der Autolichter)?


Der von der Bundesstraße ausgehende Lärm und wie dies die Radfahrer/innen beinträchtigen kann, soll untersucht werden. Mit dem neuen Radschnellweg soll der Fokus auf dem Fahrkomfort der Radfahrer/innen liegen. Daher wird aufgenommen, dass z. B. auch das Blenden der Autolichter in der weiteren Planung berücksichtigt werden soll. Beide Aspekte fließen - neben anderen - in den Variantenvergleich ein.




Wie läuft die Beteiligung mit den Landwirt/innen ab?


Das Planungsteam ist bereits im Austausch mit dem Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband e. V. (BLHV). Die landwirtschaftlichen Belange werden bei dem weiteren Variantenvergleich und der Planung berücksichtigt, auch durch Einbindung der zuständigen Fachbehörden der Landratsämter. Die (je nach Hauptvariante verschiedenen) von der Planung betroffenen Eigentümer und Bewirtschafter werden mit entsprechendem Planungsfortschritt im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit weiter über das Projekt informiert, bei Bedarf auch individuell. Eine abschließende Beteiligung erfolgt dann nochmals im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens.




Wird die Trasse auch landwirtschaftlich genutzt werden? Können darauf Traktoren fahren, um zum Beispiel die Felder zu wechseln?


Bei gewissen Streckenabschnitten des RS 6 wird eine gleichzeitige Nutzung durch den Rad- und durch den landwirtschaftlichen Verkehr, mit einer Trassenbreite von 5,00 m, vorgesehen. Durch diese großzügige Verkehrswegebreite sollen die Konflikte zwischen den beiden Verkehrsarten reduziert werden.




Was passiert bei der Planung 4m Breite im Bereich Zähringer Friedhof mit dem alten Baumbestand?


Die Qualitätsstandards für Radschnellverbindungen in Baden-Württemberg (wie zum Beispiel die Mindestbreite von 4m für einen Zweirichtungsradweg) erfordern mancherorts Eingriffe in Grünflächen. Es wird jedoch angestrebt, diese Eingriffe so gering wie möglich zu halten. Da die Qualitätsstandards auf bis zu zwanzig Prozent der Strecke unterschritten werden dürfen, ohne dass es negative Folgen für die Förderung hat, ergeben sich je nach Trasse unterschiedliche Handlungsspielräume (z.B. um wertvollen Baumbestand zu erhalten). Da die finale Trasse noch unbekannt ist, können aber noch keine Aussagen zu bestimmten Abschnitten getroffen werden.





Planung

Was kostet der Radschnellweg?


Die Gesamtkosten des Projekts (Abschnitt Stadt und Abschnitte Regierungspräsidium) belaufen sich auf voraussichtlich ca. 33 Millionen Euro, brutto. Diese setzen sich zusammen aus ca. 3 Mio. Euro Planungs- und 30 Mio. Euro Baukosten.




Warum dauert das so lange?


Bei einer Landesstraße sind von der Bedarfsfeststellung bis zum Bau eine festgelegte Abfolge von Planungsphasen und dazugehörige Verwaltungsverfahren durchzuführen. Die Hauptvarianten der Streckenführung werden in der weiteren Vorplanung detailliert untersucht und bewertet. Das Ziel der Vorplanung wird die Bestimmung einer Vorzugsvariante sein, welche in der Entwurfs- und Feststellungsplanung detailliert ausgearbeitet und worauf anschließend die internen Projektgenehmigungen erfolgen und das Planfeststellungsverfahren (voraussichtliche Dauer: 2 Jahre) eingeleitet wird. Dadurch wird das Baurecht erlangt und die Bauvorbereitung kann beginnen.




Wann wird der Radschnellweg fertig sein?


Nach derzeitigem ambitioniertem Projektzeitplan wird mit einer Fertigstellung des Radschnellweges im Jahr 2028 gerechnet. Eine zeitliche Projektbeschleunigung durch Abschnittsbildungen wird durch die Stadt und das Regierungspräsidium angestrebt. Jedoch wird es erst im Rahmen der Leistungsphasen 2 bzw. 3 möglich sein, dazu Aussagen zu treffen.




Warum gibt es eine Aufteilung der Planungs- und Straßenbaulast zwischen der Stadt und dem Regierungspräsidium Freiburg?


Gemäß Straßengesetz Baden-Württemberg sind Gemeinden mit mehr als 30.000 Einwohnern für Ortsdurchfahrten von Landesstraßen selbst Träger der Straßenbaulast. Eine Vereinbarung zur Planungs- und Straßenbaulast zwischen der Stadt und dem Regierungspräsidium wurde im September 2019 unterzeichnet.




Können die geforderten Standards für Radschnellwege unterschritten werden?


Die Standards für Radschnellwege sind in den „Qualitätsstandards für Radschnellverbindungen in Baden-Württemberg" definiert. Diese müssen auf mindestens 80 % der Strecke eingehalten werden. Maximal 10 % der Strecke sollen den Zielnetz-Standard des RadNETZ Baden-Württemberg erfüllen und die verbleibende Streckenlänge muss mindestens den reduzierten Standards für Radschnellverbindungen genügen.




Was sieht die Landschaftsplanung im weiteren Planungsprozess vor?


Im weiteren Verlauf der Planung werden Maßnahmen zur Vermeidung/Minimierung von Beeinträchtigungen für die Umwelt geprüft. Ziel davon ist es, die Auswirkungen des Vorhabens so gering wie möglich zu halten. Nicht zu vermeidende Beeinträchtigungen werden durch Ausgleichsmaßnahmen kompensiert. Diese Ausgleichsmaßnahmen erhalten als Teil des sogenannten Landschaftspflegerischen Begleitplanes (LBP) im Rahmen der Planfeststellung Rechtsverbindlichkeit und sind damit verpflichtend umzusetzen.




Warum dauert die Realisierung so lange? Bis 2028 ist das deutsche C02-Budget zur Erreichung des 1,5-Grad-Ziels wahrscheinlich schon aufgebraucht!


Eine sorgfältige Planung benötigt Zeit. Am Ende soll ein Radschnellweg entstehen, der vielen Bedürfnissen gerecht und gut genutzt wird. Da durch solch ein Großprojekt jedoch immer auch verschiedenste Betroffenheiten ausgelöst und ggf. teils widerstreitende Interessen berührt werden (z.B. Umwelt-/Naturschutz, Landwirtschaft, verkehrliche Aspekte, Privateigentum, Kommunen, …), ist es notwendig, all diese so gut wie möglich zu berücksichtigen und gegeneinander abzuwägen, um einen bestmöglichen fachlichen Konsens zu erzielen und um eine rechtssichere Planung zu gewährleisten. Da es sich beim RS 6 um eine Landesstraße handelt, sind wir dazu verpflichtet, bei der Planung und Realisierung das entsprechende Regelwerk des Landes und die einschlägigen Fachgesetze zu beachten.




Wie geht die Realisierung schneller?


Der ambitionierte Projektablauf sieht den Bau ab dem Jahr 2027 vor. Durch das Regierungspräsidium und die Stadt Freiburg wird jedoch angestrebt, einzelne Teilabschnitte zu bilden, bei denen erkennbar ist, dass die Planung schneller vorangetrieben werden kann und dadurch eine vorzeitige Realisierung und Bereitstellung der Infrastruktur möglich ist. Jedoch wird es erst nach Abschluss der Leistungsphase 2, voraussichtlich im 1. Quartal 2022, möglich sein, dazu Aussagen zu treffen.




Gibt es Überlegungen für einen solaraktiven Wetterschutz? Ein Solardach? Zumindest testweise auf einer Teilstrecke?


Derzeit gibt es dazu noch keine Überlegungen.




Was passiert mit den bisherigen Nutzungen (land- und forstwirtschaftliche Nutzung, Fußgänger), wenn bestehende Wege einbezogen werden?


Wenn noch weitere Nutzungen auf den Radschnellwegen bestehen, dann werden diese durch eine breitere Querschnittswahl gem. den Qualitätsstandards berücksichtigt. So ist z.B. außerorts bei der Mitbenutzung des landwirtschaftlichen Verkehrs eine Breite von 5,00 m vorgesehen. Bei hohem Fußgängeraufkommen werden es sogar 6,50 m sein.




Wird denn irgendwo die Infrastruktur für den MIV zurückgebaut?


Dazu ist zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage möglich. Die Verkehrsentwicklung wird zeigen, welche Möglichkeiten bestehen. Jedoch werden in manchen Teilabschnitten die Straßennutzungen geändert. So z.B. auf der K5103 zwischen Suggental und Waldkirch in der Hauptvariante W1, bei welcher vorgesehen ist, eine Fahrradstraße auszuweisen, in welcher nur noch landwirtschaftlicher und ÖPNV-Verkehr zugelassen ist.




Ist auch die Bestimmung der Vorzugsvariante für das Stadtgebiet Freiburg für 2021 zu erwarten?


Ausgangspunkt für die Variantenprüfung im Stadtgebiet Freiburg ist die Vorzugstrasse aus der Machbarkeitsstudie. Diese Variante wird in der Beteiligungskarte zur Diskussion gestellt. Unter Einbeziehung der Rückmeldungen aus dem Beteiligungsverfahren werden anschließend weitere Varianten geprüft und bewertet. Eine Festlegung der Vorzugstrasse erfolgt voraussichtlich Ende 2021.




Warum ist im Stadtgebiet Freiburg nur eine Trasse eingezeichnet?


In der Beteiligungskarte wird im Stadtgebiet Freiburg die Trasse aus der Machbarkeitsstudie dargestellt. Diese ist die einzige Trasse, für die zum Zeitpunkt der Onlinebeteiligung bereits prinzipielle Machbarkeit nachgewiesen wurde. Jedoch werden unter Einbeziehung der Rückmeldungen aus der Bürgerbeteiligung nun weitere Trassenführungen erarbeitet und geprüft. Im Gegensatz zum Stadtgebiet wurden zwischen Gundelfingen und Waldkirch/Emmendingen bereits verschiedene Hauptvarianten erarbeitet und konnten zur Kommentierung in die Karte eingezeichnet werden.




Gibt es bisher die Überlegungen eine Spur der B294 für den Radschnellweg zu nutzen?


Die Idee, eine Fahrbahn der zweibahnigen B294 als Radschnellweg zu nutzen wurde bereits in einer ersten Voruntersuchung geprüft. Jedoch übersteigt die vorhandene Verkehrsbelastung (DTV 2019: 31.145 Kfz/Tag) die nach den Regelwerken zulässige Verkehrsstärke für einbahnige zweistreifige Querschnitte, welche bis zu einer Verkehrsstärke von etwa 20.000 Kfz/Tag einsetzbar sind, deutlich. Eine Querschnittsreduzierung zulasten des Kfz-Verkehrs ist somit nicht möglich.




Gibt es Planungen für eine Weiterführung des Radschnellwegs Richtung Norden oder Süden?


Der Regionalverband Südlicher Oberrhein hat die Vergabe von fünf weiteren Machbarkeitsstudien beschlossen, welche durch das Land Baden-Württemberg gefördert werden. Das Ziel ist, die Studien spätestens Anfang 2022 der Öffentlichkeit vorstellen zu können. Nach Fertigstellung der Studien entscheidet das Ministerium für Verkehr über die jeweilige Baulastträgerschaft und damit die konkreten Umsetzungsmodalitäten für die einzelnen Verbindungen.

Es handelt sich hierbei um folgende Korridore:

  • Freiburg – Bad Krozingen – Heitersheim – Müllheim,
  • Freiburg – Kirchzarten,
  • (Freiburg –) Umkirch/March – Breisach,
  • Lahr – Ettenheim/Rust – Herbolzheim – Kenzingen – Emmendingen und
  • (Offenburg –) Appenweier – Renchen – Achern – Bühl mit Verbindung nach Rheinau – Gambsheim.

Den Status aller Machbarkeitsstudien des Regionalverbands kann unter www.rvso.de abgerufen werden.




Führt ein benötigter Brückenbau über die Elz bei der L110 zum Ausschluss einer Trasse?


Grundsätzlich werden alle Hauptvarianten in der weiteren Planung nach diversen Bewertungskriterien objektiv beurteilt. Ingenieurbauwerke wie z.B. Brücken und Unterführungen werden für die Einhaltung der Qualitätsstandards erforderlich sein und führen nicht zu einem grundsätzlichen Ausschluss einer Hauptvariante. Diese können lediglich zu einer entsprechenden Bewertung in den einzelnen Bewertungskriterien führen.




Wird es Verbindungen zwischen den Haupttrassen geben? Wie wird die Elz-Querung realisiert?


Einzelne Verbindungen zwischen den Haupttrassen sind nicht Bestandteil des derzeitigen Projektes RS 6. Diese können jedoch durch die Kommunen bzw. den Kreis geplant und gebaut werden. Die Elz-Querungen in Richtung Waldkirch und Emmendingen werden via Brückenbauwerke realisiert, die voraussichtlich den „Qualitätsstandards für Radschnellverbindungen in BW“ entsprechen. Dadurch sind Um- und Neubauten von Brücken möglich.




Die Hauptvariante E2 bindet mehr Ortschaften an, für die Variante E1 ist eine größere Erschließung erforderlich. Wie sieht der Vergleich diesbezüglich zwischen den beiden Hauptvarianten aus?


Die weitere vertiefte Untersuchung und Bewertung der Hauptvarianten sieht eine komplexe Variantenuntersuchung mittels diverser Bewertungskriterien vor. Der in der Frage angesprochene Sachverhalt wird in der Nutzungsqualität des Radverkehrs und in der Realisierbarkeit entsprechend bewertet.




Je nach Ziel in Freiburg können andere Strecken sinnvoll sein. Wäre es möglich, mehrere Routen zu realisieren?


Das Projekt RS 6 beinhaltet die Verbindungen der zwei Relationen Freiburg – Waldkirch bzw. Freiburg – Emmendingen. Das Projekt sieht keine Vielzahl von Radschnellwegen vor, sondern konzentriert sich auf jeweils eine Trasse in Richtung Waldkirch und Emmendingen, welche anschließend im Stadtgebiet vereint ins Zentrum geführt werden. Somit sollen die Radfahrenden in Nord/Süd-Richtung konzentriert werden. Jedoch wird ein Aspekt bei der Bewertung der Trassen im Freiburger Stadtgebiet sein, wie gut sie sich mit dem restlichen Radnetz verknüpfen lassen. Auf diese Weise soll ermöglicht werden, dass der RS 6 auch auf anderen Relationen teilweise genutzt werden kann.




Wie wird die Strecke Waldkirch – Emmendingen verbunden?


Das Projekt RS 6 beinhaltet die Verbindungen der zwei Relationen Freiburg – Waldkirch bzw. Freiburg – Emmendingen. Eine Verbindung Waldkirch – Emmendingen steht nicht im Fokus. In dieser Relation wird das Potential für die Ausweisung eines Radschnellweges nicht erreicht.




Die bestehenden Strecken sind zurzeit teilweise schlecht ausgebaut für Fahrradfahrer. Wie werden die Straßen für Fahrradfahrer besser nutzbar gemacht?


Mit dem Radschnellweg werden die Strecken für den Radverkehr mit einem völlig neuen Qualitätsstandard ausgebaut. Dieser wird in den „Qualitätsstandards für Radschnellverbindungen in Baden-Württemberg“ festgelegt und legt u. a. eine hohe Belagsqualität der Fahrbahn fest. Außerdem sollen Zeitverluste durch bzw. an Kreuzungen mit dem Kfz-Verkehr verringert werden. Weitere Kriterien sind unter anderem eine Breite von mindestens 3 (Einrichtungsverkehr) bzw. 4 Metern (Zweirichtungsverkehr), die Trennung des Rad- und Fußverkehrs bei erhöhtem Fußgängeraufkommen, sowie geringe Steigungen und große Kurvenradien.




Maßgeblich für die Förderung ist, dass mindestens 80% der Radschnellverbindung die Qualitätsstandards erfüllen. Wie wird gewährleistet, dass auch besonders kritische und gefährliche Punkte (z.B. Querung Hauptstraße Denzlingen oder Strecke SuggentalWaldkirch) verbessert werden, und diese nicht unter die restlichen 20% fallen?


Die Qualitätsstandards geben vor, dass 80% der Strecke die Qualitätsstandards für Radschnellverbindungen des Landes Baden-Württemberg erfüllen. Bis max. 10 % der Strecke soll weitestgehend den Zielnetz-Standard des RadNETZ Baden-Württemberg erfüllen und die verbleibende Streckenlänge muss mindestens den reduzierten Standards für Radschnellverbindungen genügen. Somit gilt auch ein hoher Standard für Streckenabschnitte die nicht gemäß den Qualitätsstandards für RSV in BW realisiert werden können.




Wie wird die Renaturierung der Elz die Planung des Radschnellwegs beeinflussen? Werden diese beiden Großprojekte abgestimmt?


Das Planungsteam ist hierzu im Austausch mit der höheren Wasserbehörde. Die Projekte besitzen derzeit unterschiedliche Projektzeitpläne. Dennoch werden die Projekte, so gut wie möglich, in der weiteren Projektierung untereinander abgestimmt.




Wird bei der Variante über das Gewerbegebiet Emmendingen über die Sandomierzbrücke berücksichtigt, dass die Ampelschaltung keine Vorrangschaltung für Radfahrer ermöglicht?


Die aus den bisherigen Anregungen im Projekt entwickelten Untervarianten (welche auch in den Hauptvarianten abschnittsweise Bestandteil sind) wurden in einem ersten Schritt vergleichend bewertet und dadurch in die Planung als Teile der Hauptvarianten aufgenommen. Eine detaillierte Untersuchung und dann ggf. auch planerische Ausarbeitung der Hauptvarianten steht noch aus, sofern sich diese an der Stelle als zielführend erweist.




Wie sieht es mit Bevorrechtigungen des Radschnellweges innerorts aus? Führt das dazu, dass der Radschnellweg an jeder kreuzenden Straße bevorrechtigt ist und der Fahrverkehr auf der Fahrbahn völlig ausgebremst wird?


Für die Bevorrechtigung von Radschnellverbindungen gibt es verschiedene Möglichkeiten, die von der jeweiligen Situation vor Ort abhängig sind (z.B. Verkehrsbelastung der kreuzenden Straße). Neben einer verkehrsrechtlichen Vorfahrt durch Beschilderung kommen beispielsweise auch Lichtsignalanlagen mit radverkehrsfreundlicher Signalisierung, Kreisverkehre oder planfreie Lösungen (z.B. Brücken oder Unterführungen) in Betracht. Die Anwendung der Lösungsmöglichkeiten richtet sich nach den Qualitätsstandards und Musterlösungen für Radschnellverbindungen in Baden-Württemberg. In diesen Dokumenten werden mittlere Verlustzeiten pro Kilometer durch Anhalten und Warten des Radverkehrs definiert, welche einzuhalten sind.




Wurde darüber nachgedacht schon bestehende Straßen, die jetzt vom Autoverkehr genutzt werden, in eine Protected Bike Lane zumindest teilweise umzuwidmen?


Die Umnutzung von Verkehrsflächen des Kfz-Verkehrs für den RS 6 kann eine geeignete Lösung sein, wenn in der Straße Flächenreserven auf der Fahrbahn zur Verfügung stehen, die vom fließenden Kfz-Verkehr nicht unbedingt benötigt werden oder wenn die Straße z.B. durch eine Verlagerung des Kfz-Verkehrs spürbar entlastet werden kann. Dieses wurde im bisherigen Planungsverlauf in einzelnen konkreten Fällen geprüft. So wird beispielsweise erwogen, auf der K 5103 zwischen Suggental und Waldkirch eine Fahrradstraße auszuweisen, in der nur noch land- und forstwirtschaftlicher Verkehr und Linienbusverkehr zugelassen ist. Auch die Umnutzung von Fahrbahnteilen der B 294 westlich Waldkirch bis in den Bereich der Schnittstelle zwischen B 294 und B 3 wurde geprüft. Dem Vorteil der direkten Linienführung für den Radverkehr und der Nutzung bereits versiegelter Verkehrsflächen steht hier insbesondere die hohe Kfz-Belastung der B 294 (über 30.000 Kfz/Tag) entgegen, die einen vierstreifigen Fahrbahnquerschnitt unverzichtbar macht. Eine Verlagerung von Kfz-Verkehr in das untergeordnete Straßennetz würde dort zu unverträglichen Beeinträchtigungen führen. Erhebliche Probleme würde auch die verkehrssichere Ausgestaltung der Anschlussstellen im Zuge der B 294 verursachen. Aus diesen und anderen Gründen wurde die Variante einer Führung des RS 6 auf der heutigen Fahrbahn der B 294 nicht weiterverfolgt.




Inwieweit wurde die Verkehrssicherheit in die Machbarkeitsstudie einbezogen?


Radschnellverbindungen haben als explizites Ziel, die Sicherheit im Radverkehr zu erhöhen. Dementsprechend sind die vom Bund und Land definierten Standards für Radschnellverbindungen besonders hoch. Die Machbarkeitsstudie hatte das Ziel zu prüfen, ob eine Radschnellverbindung zwischen Emmendingen/Waldkirch und Freiburg gemäß den Qualitätsstandards prinzipiell machbar ist. Im Rahmen der nun startenden Trassenfindung werden mögliche Trassen miteinander verglichen. Die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer stellt in dieser vertiefenden Analyse einen wichtigen Bewertungsaspekt dar. Unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus Forschung und Praxis fließt dabei die Einhaltung der verkehrsrechtlichen Vorschriften und der Regelwerke für Planung und Entwurf in die Bewertung ein.




Nach welchen Kriterien wird entschieden, welche Variante ausgewählt wird?


Für die Bewertung der Umweltauswirkungen wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt, in deren Rahmen das Konfliktpotenzial für die einzelnen Schutzgüter wie beispielsweise Mensch, Tiere und Pflanzen; Boden und Wasser sowie Landschaft und Kulturgüter für die Trassenvarianten untersucht und bewertet wird. Auch für die Bewertung aus straßenverkehrlicher Sicht wurde ein detaillierter Bewertungskatalog erstellt. Dieser umfasst die Nutzungsqualität für den Radverkehr (u.a. Direktheit der Linienführung, Erschließungsqualität und Potenzial, Zeitverluste, Verkehrssicherheit), Eingriffe/Beeinträchtigungen durch die Realisierung der Radschnellverbindung für andere Verkehrsteilnehmergruppen (u.a. Fußverkehr, öffentlicher Nahverkehr, Kfz-Verkehr) und Aspekte der Realisierbarkeit (u.a. Realisierungsaufwand, Erreichbarkeit des angestrebten Standards, Kompatibilität mit anderen Planungsvorhaben, rechtliche Umsetzungsaspekte). Die Kriterien für die Bewertung sollen nachvollziehbar sein und auch in einem Planfeststellungsverfahren standhalten. In die Bewertung werden auch die Rückmeldungen aus der Bürgerbeteiligung einbezogen.




80% der Streckenlänge muss die Qualitätsstandards für Radschnellverbindungen in Baden-Württemberg erfüllen. Zählen da auch die Fahrradstraßen dazu?


Fahrradstraßen sind eine anerkannte Führungsform von Radschnellverbindungen. Um den 80 Prozent zugerechnet zu werden, müssen jedoch auch auf Fahrradstraßen Qualitätsstandards eingehalten werden, zum Beispiel definierte Mindestbreiten.




Wie breit wird der Radschnellweg bzw. wie hoch ist der Flächenverbrauch?


Der Radschnellweg soll überwiegend auf bestehenden Wegen gebaut werden. So wird einer hohen Neuversiegelung von Fläche entgegengewirkt. Bestehende, landwirtschaftliche Wege sind aktuell ca. 2,5-3 m breit. Der neue Radschnellweg soll außerorts vornehmlich ca. 4-5 m breit sein. Die Breite variiert je nachdem, ob z. B. der Weg noch von landwirtschaftlichem Verkehr genutzt wird.




Auf dem Radschnellweg müssen Fahrradstraßen mindestens 4m breit sein. Wie können die Standards umgesetzt werden?


Gemäß den Qualitätsstandards für Radschnellverbindungen in Baden-Württemberg müssen Fahrradstraßen mindestens 4m breit sein. Bei parkenden Fahrzeugen sind zusätzlich Sicherheitstrennstreifen vorzusehen. Die sich daraus ergebenden Breiten können in vielen Stadtstraßen ohne größere Eingriffe in den Straßenraum (wie z.B. Verlegung von Bordsteinen oder Eingriff in den Baumbestand) realisiert werden.




Wird eine zweite Anbindung zur Messe möglich sein? Westlich der B3 an der Wirtschaftstraße?


Durch den vereinbarten Übergabepunkt zwischen Land und Stadt an der Wildtalstraße ist eine Führung der Radschnellverbindung westlich der B3 nicht möglich. Perspektivisch würde sich durch den Bau der Wildtalspange und der angestrebten Weiterentwicklung der Rad-Vorrang-Route FR 2 Richtung Norden eine neue attraktive Anbindung der Messe aus dem Norden kommend ergeben.




Wir warten schon längere Zeit auf die Umsetzung und Weiterentwicklung des Radverkehrskonzepts 2020 im Stadtgebiet Freiburg ohne großen Fortschritt. Was ist jetzt die Perspektive für die Umsetzung des Radschnellwegs?


Das Radverkehrskonzept 2020 enthält eine Darstellung des Freiburger Zielnetzes und listet dafür zahlreiche Maßnahmen auf. Um dabei einen vollständigen Überblick zu geben, sind in dem Konzept bewusst mehr Maßnahmen aufgeführt worden, als bis 2020 umsetzbar waren – dieses Ziel wird im Radverkehrskonzept auch nicht genannt. Es sind auch durchaus große Fortschritte erreicht worden, so sind die drei Pilotrouten des Rad-Vorrang-Netzes zu großen Teilen umgesetzt, außerdem zahlreiche weitere Maßnahmen. Im Rahmen der personellen und finanziellen Möglichkeiten wird die Umsetzung des Konzepts unabhängig des RS 6 weiter vorangetrieben.

Die Realisierung der Radschnellverbindung unterscheidet sich im Vergleich zum Freiburger Radverkehrskonzept hinsichtlich einiger Aspekte. Das Projekt enthält eine verbindlich geregelte Zusammenarbeit zwischen Regierungspräsidium und Stadt Freiburg, durch welche sich u.a. Synergien ergeben. Des Weiteren bestehen durch die hohe Förderquote und die Schaffung einer Projektstelle von Seiten der Stadt Freiburg gute Grundvoraussetzungen, um die Radschnellverbindung entsprechend des Projektzeitplans umzusetzen.




Wie kann eine bestehende Kreisstraße, die durch die VAG Linie 15 befahren wird, für Fahrräder mit Vorrang bedient werden?


Der Vorrang für Radfahrende auf einer Stadt- oder Kreisstraße lässt sich durch die Einrichtung einer Fahrradstraße erreichen. Die Straße ist dann prinzipiell nur für den Radverkehr nutzbar. Durch Zusatzbeschilderung können weitere Nutzergruppen zugelassen werden. Zum Beispiel erlaubt das Zusatzschild „KFZ-Verkehr frei“ Autos oder das Zusatzschild „Linienverkehr frei“ dem ÖPNV weiterhin, die entsprechende Fahrradstraße zu nutzen. Durch die Baulastübernahme des Landes wird der RS 6 unabhängig der jeweiligen vorherigen Straßenkategorisierungen in Zukunft als Landesstraße geführt.




Welche Trassen kann es in Freiburg geben?


Die Prüfung möglicher Trassenführungen steht nun erst an. Angedacht ist, in einem ersten Schritt noch einmal alle denkbaren Linienführungen (z.B. entlang der Bahntrassen) im Planungskorridor zu untersuchen. Voraussetzung dafür, dass eine Trasse dann detaillierter untersucht wird ist, dass die Qualitätsstandards für Radschnellverbindungen eingehalten werden können (diese können im Downloadbereich der Projektwebseite www.breisgau-y.de eingesehen werden). Dies ist gerade im städtischen Bereich eine anspruchsvolle Aufgabe. Je nach Platzverfügbarkeit sind bevorrechtigte Fahrradstraßen oder ein Ausbau von bestehenden Radwegen auf die geforderten Breiten mögliche Führungsformen. An größeren Knotenpunkten sollen Wartezeiten durch z.B. fahrradfreundliche Ampelschaltungen, Kreisverkehre oder auch durch planfreie Knotenpunkte (z.B. Brückenbauwerke) minimiert werden. Generell gelten die „Musterlösungen für RSV in BW“ (unter Downloads auf www.breisgau-y.de stehen diese zum Herunterladen bereit).




Die Strecke in Freiburg wird bereits frequentiert genutzt. Wären jetzt schon temporäre Lösungen möglich, sodass Verbesserungen vor 2028 vorgenommen werden?


Vor Abschluss der Trassenfindung (geplant bis Ende 2021) ist im Rahmen des RS 6 mit keinen Maßnahmen zu rechnen. Sobald die Trasse festgelegt ist, sollen jedoch einfach umsetzbare Streckenabschnitte schnell in Betrieb gehen. Dies sind insbesondere Abschnitte, in denen die Radschnellwegverbindung auf bestehenden Verkehrsflächen ohne aufwendiges Planverfahren realisiert werden kann. Je nach Gegebenheit würde auch geprüft werden, ob diese Abschnitte durch kostengünstige, temporäre Maßnahmen schon früher sinnvoll miteinander verknüpft werden können.




Warum wird der Weg an der Bahnlinie nicht weiterverfolgt im Stadtgebiet Freiburg? Dies würde deutlich weniger Verkehr bedeuten.


Die Erweiterung des FR 2 Richtung Zähringen entlang der Güterbahnlinie wird von der Stadt Freiburg weiterverfolgt. Es bestehen jedoch Abhängigkeiten zu anderen Projekten. So muss zum Beispiel auf Flächen der Bahn zurückgegriffen werden, auf denen heute noch Gütergleise liegen. Diese Flächen werden frühestens mit Eröffnung der neuen Güterbahnumfahrung Freiburg verfügbar. Aufgrund dieser zeitlichen Beschränkungen wurde die Trasse nicht als geplante Rad-Vorrang-Route in der Beteiligungskarte dargestellt.




Wie geht man mit Einfahrten im Stadtgebiet Freiburg um?


Da die Trassenfindung im Stadtgebiet erst 2021 beginnt, ist noch unklar, durch welche Straßen die Radschnellverbindung führen wird. Jedoch werden an Einmündungen oder Kreuzungen ungeachtet der genauen Linienführung prinzipiell gute Sichtverhältnisse angestrebt. Darüber hinaus werden durchgängige Markierungen angebracht, die den Vorrang der Radschnellverbindung verdeutlichen.




Die Verkehrsbelastung der Wildtalstraße ist mit 5000 Kfz/Tag hoch, ebenso die Reutebachgasse. Wie soll der motorisierte Verkehr umgeleitet werden, wenn die Straßen zu Fahrradstraßen werden?


Die Trasse liegt noch nicht fest. Dementsprechend wurden noch keine Verkehrslenkungskonzepte erarbeitet. Grundsätzlich ist es jedoch möglich, dass eine Straße durch die Ausweisung als Fahrradstraße mit dem Zusatzschild „KFZ-Verkehr frei“ sowohl Teil der Radschnellverbindung ist und trotzdem weiterhin vom motorisierten Verkehr benutzt werden kann.




Warum erfolgt die Planung im Stadtgebiet Freiburg über die Wildtalstraße und nicht über die Güterbahnlinie? Wir haben dort doch einen Radweg!


Da die Trassenfindung im Stadtgebiet erst 2021 beginnt, ist noch unklar, durch welche Straßen die Radschnellverbindung führen wird. Eines der Ziele des RS 6 ist, eine attraktive Alternative zum motorisierten Verkehr zu schaffen! Gerade die Zähringer_innen profitieren in besonderem Maß vom Bau der Radschnellverbindung, da der Freiburger Norden dadurch eine deutlich verbesserte Radanbindung an die Innenstadt erhält. Gleiches gilt natürlich auch für die Fahrt Richtung Waldkirch / Emmendingen.





Kommunen

Nach der Beteiligung der Kommunen – wie werden die Vorschläge der Kommunen aufgenommen?


Die Vorschläge werden, nachdem die Beteiligungsphase abgeschlossen wurde, zusammengeführt und an das Planungsteam weitergegeben. Dieses überprüft die Vorschläge auf Machbarkeit (u.a. auch in Hinblick auf die Projektziele). Eine Information über die Anpassung der Planung ist geplant.




Welche Planungen gibt es für Anschlüsse und Anbindungen an weitere Ortschaften, die an der Stecke liegen?


Das Projekt RS 6 beinhaltet die Verbindungen der zwei Relationen Freiburg – Waldkirch bzw. Freiburg – Emmendingen, da hier die erforderlichen Nutzerpotenziale gemäß dem StrG BW in der ausgearbeiteten Machbarkeitsstudie zur Klassifizierung als Landesstraße erreicht wurden. Diese ist dann gegeben, wenn der Radschnellweg eine regionale oder überregionale Verbindungsfunktion innehat und wenn in der Regel mit einem Verkehrspotenzial von 2.500 Radfahrten pro Tag (Prognosebelastung) außerhalb der Ortsdurchfahrten gerechnet werden kann. Neue Anbindungen an den RS 6 sind generell durch die jeweilige Kommune bzw. den Kreis zu planen und zu bauen. In der Planung des RS 6 wird das bestehende Radwegenetz so gut wie möglich berücksichtigt. Im Stadtgebiet Freiburg sollen bei der Bewertung der möglichen Trassen für die Radschnellverbindung auch die Anschlüsse zu den bestehenden oder geplanten Rad-Vorrang-Routen untersucht werden.




Wird die Fußgängerbrücke in Suggental für Radfahrer freigegeben?


Diese Frage kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden.




Auf der B294 ist zu viel Verkehr, sie schneidet Denzlingen von den Trassen ab. . Die B294 als quasi Autobahn schneidet Denzlingen von den Trassen ab. Wie können Buchholz und Denzlingen stärker in den RS6 einbezogen werden?


Zum derzeitigen Planungsstand gibt es für die Achse nach Waldkirch drei Varianten, von denen zwei nördlich der B 294 durch Denzlingen und Buchholz verlaufen. Welche Variante letztendlich weiterverfolgt wird, wird im Rahmen einer systematischen Variantenbewertung mit zahlreichen Bewertungsaspekten beurteilt. Die Erschließungsqualität für die genannten Ortslagen stellt dabei einen wichtigen Bewertungsaspekt dar. Generell können Radschnellverbindungen nicht immer alle Ortslagen und wichtige Einzelziele direkt anbinden. In diesem Fall sind gut nutzbare Verbindungsachsen zwischen dem RS 6 und diesen Zielbereichen wichtig. Für eventuell noch erforderliche Maßnahmen auf diesen Verbindungsachsen ist der jeweilige Baulastträger zuständig.




Dies Walter-Bosch-Straße in Waldkirch ist eine Spielstraße. Soll der Radweg durch diese StraßeSpielstraße  führen?


Alle Hauptvarianten und Untervarianten wurden einer eingehenden Ortsbesichtigung unterzogen. Welche Maßnahmen und Lösungsansätze im Einzelnen in einem Streckenabschnitt zum Tragen kommen, wird im Zuge der laufenden Vorplanung im Rahmen eines Variantenvergleichs geprüft. Dabei ist auch zu bewerten, ob beispielsweise eine Unterschreitung des angestrebten Radschnellweg-Standards unvermeidbar ist oder ob ggf. eine Umfahrung eines kritischen Streckenabschnitts in Betracht kommen kann. In jedem Fall ist die Verkehrssicherheit für alle Nutzerinnen und Nutzer der Straße ein wichtiges Ziel der Planung.




Was bringt es uns auf dem Land, den Radschnellweg zu haben?


Gerade für die Einwohner/innen auf dem Land wird die Infrastruktur verbessert. Aktuell entstehen oft kritische und gefährliche Situationen durch enge Wege, die sowohl von Radfahrer/innen als auch von Landwirt/innen genutzt werden. Durch eine Verbreiterung der Wege sollen hier die Gefahrensituation drastisch entschärft werden. Eine Verbreiterung macht das Radfahren nicht nur einfacher, sondern auch schneller und sicherer.

Zudem verringert sich die Reisezeit um mit dem Rad die beiden Mittelzentren Waldkirch bzw. Emmendingen und das Oberzentrum Freiburg zu erreichen. Dadurch wird speziell den ländlichen Gebieten eine Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur Vorteile bringen.





Betrieb

Werden auf dem Radschnellweg besonders hohe Geschwindigkeiten gefahren?


Der Fokus eines Radschnellweges liegt nicht auf hohen Geschwindigkeiten. Im Zentrum eines Radschnellweges steht ein direktes, gleichmäßiges und möglichst konfliktfreies Vorankommen der Radfahrenden. Die Fahrzeit verkürzt sich daher aufgrund einer höheren Durchschnittsgeschwindigkeit.




Auslegung auf Geschw. Bis 30 km/h? Was ist mit e-bikes 45km/h? Wie wird dieser absehbare Konflikt gelöst?


Radschnellwege werden bei freier Trassierbarkeit so geplant, dass sie mit einer Geschwindigkeit von 30 km/h sicher befahren werden können. Eine Auslegung auf eine Planungsgeschwindigkeit von 45 km/h ist nach den bundesweiten Regelwerken und den Standardvorgaben des Landes Baden-Württemberg aus Sicherheitsgründen nicht vorgesehen, da dann die Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen langsameren und schnellen Radfahrenden sehr groß werden würden. Zudem würden durch die dann erforderlichen größeren Trassierungselemente die Eingriffe in Natur und Landschaft sowie weitere Belange deutlich größer werden. Unabhängig davon gelten nach bundesdeutschem Recht die schnellen E-Bikes mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h als Kleinkrafträder und nicht als Fahrräder. Sie sind standardmäßig auf Radwegen nicht zugelassen. Für geeignete Abschnitte können in Ausnamefällen schnelle E-Bikes (S-Pedelecs) durch eine zusätzliche Beschilderung zugelassen werden. Dies wird in einem Einzelfall in Tübingen in Verbindung mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h praktiziert. Welche verkehrsrechtlichen Anordnungen erforderlich sein werden, kann zum jetzigen Stand noch nicht beantwortet werden.




Wie kann man die Entwicklung hin zur vermehrten Nutzung von e-Bikes mit dem RS6 zusammen dennoch denken?


Ein wesentliches Potenzial für Radschnellwege ergibt sich aus der jährlich deutlich ansteigenden Nutzung von Fahrrädern mit Elektrounterstützung. Über 95 % der in Deutschland verkauften E-Bikes sind Pedelecs mit einer Motorunterstützung bis 25 km/h, auch weitere E-Bikes mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit bis 25 km/h können auf Radschnellwegen problemlos zugelassen werden. Nur rund 0,5 % aller in Deutschland verkauften E-Bikes entfallen auf die schnellen E-Bikes, die auf 45 km/h ausgelegt sind (Quelle: Zweirad-Industrie-Verband, Verkaufszahlen für 2019). Insofern unterstützen Radschnellwege bereits heute die Elektromobilität mit dem Rade in großem Maße.




Muss der ganze RSW beleuchtet werden?


Innerorts ist eine ortsfeste Beleuchtung grundsätzlich vorzusehen. Außerorts ist eine ortsfeste Beleuchtung wünschenswert. An Problemstellen ist sie zwingend erforderlich. Zur Berücksichtigung von naturschutzfachlichen Belangen ist eine dynamische, bedarfsgesteuerte Beleuchtung möglich.




Wie hoch ist das Potential, dass Menschen vom Auto auf das Fahrrad umsteigen?


Mit dem Radschnellweg soll das Radfahren noch attraktiver gemacht werden und so Menschen zum Umsteigen auf das Fahrrad bewegen. Dies ist im Zusammenspiel mit dem Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zu sehen. So sollen insgesamt die Alternativen zum Autofahren attraktiver werden. Eine Potenzialanalyse zur Nutzung des Radschnellweges wurde in der Machbarkeitsstudie zum RS 6 durchgeführt. Demzufolge liegt das Nutzerpotenzial zwischen 2.100 und 12.000 Radfahrenden pro Tag.




Von welcher Zeiteinsparung für Radfahrer/innen geht man aus?


Durch eine möglichst direkte Streckenführung und möglichst wenig Beeinträchtigungen durch bzw. an Knotenpunkten mit Kfz-Verkehr sollen die Zeitverluste für Radfahrende zur derzeitigen Situation reduziert werden. Eine genaue Angabe der Zeiteinsparung kann erst in der vertieften Projektierung gegeben werden.

Durch den Ausbau der Strecken gemäß den „Qualitätsstandards für Radschnellverbindungen in BW“ steht neben der Zeiteinsparung jedoch auch die Erhöhung der Verkehrssicherheit und die damit verbundene Mobilisierung von neuen Radfahrenden zentral im Fokus.




Wie wird der Belag des Radschnellweges aussehen?


Zum aktuellen Stand der Planungen sind noch keine Details zum Belag beschlossen. Jedoch wird der Radschnellweg asphaltiert sein. Zudem soll ein Belag, der wenig Abrollwiderstand verursacht, verwendet werden




Wird es auf dem Radschnellweg einen Winterdienst geben?


Der Radschnellweg wird nach StrG BW als Landesstraße klassifiziert. Der Winterdienst wird außerorts von den Landratsämtern als dafür zuständige Untere Verwaltungsbehörde durchgeführt. Innerorts liegt die Verantwortung für den Winterdienst bei den Städten und Gemeinden.




Wird der Radweg beleuchtet sein?


Innerorts ist eine ortsfeste Beleuchtung grundsätzlich vorzusehen. Außerorts ist eine ortsfeste Beleuchtung wünschenswert. An Problemstellen ist sie zwingend erforderlich. Zur Berücksichtigung von naturschutzfachlichen Belangen ist eine dynamische, bedarfsgesteuerte Beleuchtung möglich. Dies bedeutet, dass sobald jemand an einer Stelle durchfährt, reagieren Sensoren und das Licht geht an. Nach kurzer Zeit geht die Beleuchtung wieder aus. Auswirkungen der Beleuchtung auf die Tierwelt, z.B. auf Fledermäuse, fließen in den Variantenvergleich mit ein. Das genaue Beleuchtungskonzept und z.B. auch die Art der Leuchtmittel stehen noch nicht fest.





Sonstiges


Öffentlichkeitsbeteiligung und Kommunikation

Wann beginnt die Öffentlichkeitsarbeit in der Stadt Freiburg?


Die Öffentlichkeitsarbeit wird für den gesamten Radweg durchgeführt, auch für den Streckenabschnitt im Stadtgebiet Freiburg. Auch die Begleitgruppe arbeitet für das Gesamtprojekt – den Planungsabschnitt des Regierungspräsidiums Freiburg und den Abschnitt der Stadt Freiburg. Mit der Kick-Off-Veranstaltung am 14.12.2020 soll das Projekt in der breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.




Woher weiß ich, wann die Vor-Ort-Begehungen stattfinden?


Die Termine der Vor-Ort-Begehungen werden auf der Webseite www.breisgau-y.de angekündigt. Wenn Sie sich in den E-Mail-Verteiler eintragen, erhalten Sie regelmäßig Informationen zum Planungsstand und zur Öffentlichkeitsbeteiligung: www.breisgau-y.de/newsletter




Warum wurden in der Präsentation zur Auftaktveranstaltung mehr Trassen im Stadtgebiet Freiburg gezeigt als in der Beteiligungskarte dargestellt sind?


In der Präsentation wurden verschiedene Trassen gezeigt, um das weitere Vorgehen hinsichtlich der Trassenfindung zu illustrieren. Dieses beinhaltet alle sinnigen Linienführungen auf Machbarkeit hinsichtlich der Qualitätsstandards zu überprüfen. Aus diesem Grund wurden exemplarisch ein paar Linienführungen in der Präsentation dargestellt. Da die Machbarkeit dieser (und vielleicht weiterer) Varianten aber erst noch untersucht werden muss, haben wir sie nicht in der Beteiligungskarte dargestellt. Dort wurde nur die Vorzugstrasse aus der Machbarkeitsstudie farbig eingetragen, da für diese die Machbarkeit prinzipiell bestätigt wurde. Als ergänzende Information für die Bürger/innen wurden die Trassen bestehender und zukünftiger Rad-Vorrang-Routen hinterlegt.